Startseite » Unterwegs in Wiesbaden: Von der Nerobergbahn zum Kranzplatz

Unterwegs in Wiesbaden: Von der Nerobergbahn zum Kranzplatz

Dieser Artikel könnte auch heißen: Mit der Nerobergbahn zum Schuhekaufen oder ein sehr indirekter Weg in die Wiesbadener Innenstadt. Wenn das Wetter schön ist und alle Lust haben, vor dem Bummeln noch etwas zu unternehmen, kommt dabei folgender Weg in die Stadt heraus:

Zuerst sind wir mit der Nerobergbahn auf den gleichnamigen Berg gefahren. Die Nerobergbahn ist eine Zahnradbahn und besteht aus nur zwei Wagen. Sie sind miteinander durch ein Seil verbunden. Der Wagen, der an der Bergstation steht wird mit Wasser gefüllt und zieht durch sein Gewicht beim Bergabfahren den anderen Wagen von der Talstation nach oben. Unten wird dann das Wasser herausgelassen und der andere Wagen gefüllt. So funktioniert das schon seit 1888 ohne jede Störung. Wer sich für die technischen Finessen interessiert, der entsprechende Wikipedia-Artikel hält alles bereit. Die Nerobergbahn ist vom Hauptbahnhof direkt mit der Linie 1 erreichbar.

Auf dem Bild sieht man einen der beiden Wagen in dem typischen Gelb.

In knapp vier Minuten erreicht man auf diese Weise den Neroberg, den Wiesbadener Hausberg. Er ist 245m hoch und bietet einen wunderbaren Blick auf die Innenstadt.

Aufgenommen wurde das Bild vom Nerobergtempel aus, der auf dem nächsten Bild zu sehen ist.

Ein gastronomisches Angebot gibt es auch, im Turm nämlich. Er war Teil des Neroberg-Hotels, das leider 1986 abbrannte.

Wenn man sich oben umgeschaut hat, kann man wieder in die Nerobergbahn einsteigen und nach unten fahren. Aber es gibt noch einige andere Möglichkeiten:

  • Ins Opelbad gehen. Das Opelbad ist ein Freibad, der Besuch ist also nur etwas für die Sommermonate. Ich kenne kein Freibad mit einer schöneren Aussicht. Es ist von der Bergstation aus in weniger als 10 min zu Fuß zu erreichen.
  • Im Kletterwald, einem Hochseilgarten zwischen den Bäumen umherklettern. Im Kinderparcours können bereits Kinder ab vier Jahren klettern, Kinder ab sechs dürfen auch auf den hohen Parcours. Es gibt übrigens auch Kombi-Angebote für die Nerobergbahn und den Kletterwald.
  • Spazieren gehen oder Wandern: Es gibt zahlreiche Wege durch den Wald, die bis weit in den Taunus führen. Wer es ganz kurz mag, geht wieder zur Bergstation und folgt dem Weg, der rechts neben der Station beginnt, wieder nach unten.

Meine Töchter und ich haben uns entschieden, über die Kapellenstraße bis zum Kranzplatz zu gehen und von dort in die Fußgängerzone fortzusetzen.

Auf dem Weg dahin kommt man auch an der Griechischen Kapelle mit ihren goldenen Türmen vorbei. Trotz des Namens ist sie eine russisch-orthodoxe-Kirche, genauer gesagt die Grabeskirche von Jelisaweta Michailowna, der Frau des Herzogs Adolf von Nassau. Jelisaweta starb im Jahr 1845 mit achtzehn Jahren gemeinsam mit ihrem ersten Kind bei dessen Geburt. Ihr Mann ließ aus diesem Anlass die Kirche errichten. Die Kirche wurde 2007 saniert und seitdem strahlen die goldenen Zwiebeltürme wieder über die ganze Stadt.

Die Kapellenstraße führt kurz dahinter in einem langen Bogen den Berg hinunter. Die Straße gehört zu dem riesigen Villenviertel, dass um den Neroberg herum liegt. Je höher man ist, desto größer sind die Häuser, meistens klassizistische Villen. Ein schönes Detail an einem der Häuser war dieser verschnörkelte Balkon.

 

Die Kapellenstraße mündet dann in die Geisbergstraße, die man weiter bergab geht. Dann gelangt man zum Kranzplatz. Der Kranzplatz ist eine der Stellen, an der die heißen Quellen aus der Erde kommen. Diese Quellen waren der Grund, warum sich die Römer im heutigen Wiesbaden niedergelassen haben. Sie nannten die Stadt Aquis Mattiacis, die Quellen der Mattiaker, das waren die einheimischen Germanen.

In diesem Pavillon, dem Kochbrunnen,  kann man das Wasser auch zur Kurzwecken trinken, wie der Name schon sagt, ist das Wasser sehr heiß und schmeckt salzig-metallisch.

Hinter dem Kranzplatz beginnt die lange Fußgängerzone. Man kann hier schön bummeln oder an der Haltestelle Kochbrunnen wieder in die Buslinie 1 einsteigen um zum Hauptbahnhof zu kommen. Wir sind dann nach Schuhen suchen gegangen. Gefunden haben wir leider keine.

 

 

2 comments

Kommentar verfassen