Startseite » Aufräumen

Schlagwort: Aufräumen

Mittwoch

Die letzten Tage waren anstrengend. Oft zuwenig Schlaf und nach der Nacht, in der ich eigentlich gut geschlafen hatte, war die Stimmung tagsüber richtig schlecht. Die Kleine war zwei Tage krank zu Hause, was dazu geführt hat, dass ich zu nichts kam, außer mich etwas durch unser Arbeitszimmer zu wühlen. Ich miste aus, schmeiße alte Unterlagen weg, schaffe Platz. Es tut gut, Zeug wegzuwerfen, auch das aus 10 Jahren Vorstandsarbeit für ein Mütterzentrum. Alte Kontoauszüge, alte Rechnungen. Jetzt sind fünf weitere Ordner leer. Wenn ich fertig bin, ist das Zimmer wieder nutzbar, als Büro und Gästeschlafzimmer.

Ansonsten trete ich gerade auf der Stelle, komme nicht recht vorwärts. Meine Todo-Liste ist seit letzter Woche fast unverändert unerledigt. Ich drehe mich im Kreis, komme nicht weiter, weil ich müde und angestrengt bin und bin müde und angestrengt weil ich nicht weiterkomme. Wo ist Ursache und wo Wirkung? Ich erhalte einen Zustand aufrecht, der mir nicht gut tut. Ich denke die immer selben Themen wieder und wieder durch, streite mich um immer wieder dasselbe. Und habe es satt. Was mache ich da eigentlich? Mich immer wieder davon überzeugen, das mein Leben gerade scheiße ist, dass ich nichts hinkriege, dass es keine Veränderung geben wird? Grübeln kann ich, aber nicht handeln. Das passt zu dem Buch, dass ich als letztes gelesen habe: “Machen, nicht denken!” von Richard Wiseman. Er propagiert das “Als-ob-Prinzip” – Veränderungen im Verhalten führen zu Veränderungen im Denken und im Selbstbild. Nicht ein anderes Denken verbessert deine Situation, sondern durch ein anderes Verhalten. So tun, als ob der gewünschte Zustand schon erreicht wäre. Ganz Verhaltenstherapeut eben. Ich habe gegen die Verhaltenstherapie oft Vorbehalte gehabt: “Jetzt soll ICH schon wieder etwas tun!Jetzt soll ICH wieder etwas an mir ändern!” Aber geredet und gedacht und gegrübelt und geschrieben habe ich in meinem Leben bisher wirklich genug. Und damit komme ich gerade nicht weiter. Also versuche ich es mal mit dem etwas anders tun.

Das Mai-Blog-Projekt, Tag 13, Übers Aufräumen

Ich bin müde. Müde vom Rudern. Ich merke, dass ich zwei Wochen keinen Sport mehr gemacht habe. Es ist 18:15, ich habe schon Mittagsschlaf gemacht und könnte schon wieder ins Bett.

Vorhin haben wir gegrillt, trotz immer wiederkehrendem Regen. Wir saßen unterm Sonnenschirm um nicht nass zu werden. Der Regen war zum Glück nicht stark genug um das Feuer zu löschen. Lecker wars.

Jetzt soll die Kleine ihr Zimmer aufräumen und wütet deswegen oben herum. “Aber du hast es versprochen” funktioniert zum Glück nicht nur von Kind zu Eltern sondern auch umgekehrt. Mal sehen, wie viel sie macht. Dieses ewige blöde Thema!! Und kaum ist aufgeräumt, liegt schon wieder was rum. Ich schaffe es aber auch nicht, das Aufräumen nicht zum Thema zu machen. Ich habe da einen kompletten Perspektivwechsel vollzogen, mein Zimmer sah früher genauso aus und es hat mich nicht gestört. Aber ich möchte einfach nicht im Storchenschritt durch ihr Zimmer gehen müssen, nur um dann doch etwas rumliegendes kaputtzutreten. Von Legosteine unter den Füßen ganz zu schweigen. Ich mag keine dreckige Wäsche auf dem Boden. Ich mag es nicht, unser ins-Bett-bring-Ritual in einem vermülltem Zimmer zu vollziehen. Und ich verstehe nicht, dass sie nichts, aber auch gar nichts von alleine aufräumt. Aufräumen ist für sie nichts als ein Ärgernis. Lästig. Blöd. Kann ich ja auch irgendwie​ verstehen. Und Spaß macht es ja auch nicht wirklich. Manchmal​ funktioniert es, wenn ich ihr konkrete Aufgaben gebe: “Jetzt räum das Lego weg und dann die Bücher.” Aber oft genug überfordert das Chaos uns beide. Weil es zu viel ist. Weil sie zu viel Zeug hat. Weil wir einfach nicht wissen, wo wir anfangen sollen. Und wir geben so viel Zeit drauf bei diesem Thema. Das nervt fast am meisten.